Aug 10

Da ich (leider) in einer Fernbeziehung lebe und dementsprechend öfter mal quer durch Deutschland muss, kann ich so einiges an merkwürdigen Dingen berichten, die meine Freundin oder ich auf unseren (Mit-)Fahrten schon erlebt haben. Als kleine Hilfe für zukünftige Fahrer und Mitfahrer möchte ich deshalb einige Punkte nennen, auf die man in der entsprechenden Rolle achten sollte.

  1. Pünktlichkeit. Eigentlich schade, dass man es extra erwähnen muss, aber sowohl als Fahrer als auch als Mitfahrer sollte man pünktlich zu den Treffpunkten erscheinen. Falls es doch unvorhergesehen später wird, schreibt eine SMS oder ruft an – das ist eine Frage der Höflichkeit!
  2. Absagen. Quasi wie 1., nur dass es um vorhersehbare Unpasslichkeit geht. Ihr stellt fest es wird nix mit der Mitfahrt? Dann greift zum Telefon oder lasst dem Gegenüber diesen Sachverhalt auf anderem Wege zukommen. Wichtig ist, dass er/sie sich noch nach Ersatz umschauen kann (1 Tag Minimum).
  3. Preise. Wenn euch eine Fahrt zu teuer ist, fahrt nicht mit. Verhandeln um 1 oder 2 Euro ist definitv nicht angebracht und klappt doch meist eh nicht. Als Fahrer: macht einen fairen Preis. Die Leute wollen günstig reisen und nehmen einiges in Kauf, also rechnet so, dass ihr nicht reich werdet durch eure Mitfahrer!
  4. Das Auto. Als Fahrer sollte man auf einen gewissen Stand des Autos achten. Bietet keine Fahrt an, wenn euer Auto nicht sicher ist und auch nicht wenn ihr es als „Nutzfahrzeug“ gebraucht und es da drin aussieht wie auf einer Baustelle – es geht um Menschen die transportiert werden! Für die Mitfahrer: Wenn ihr das Auto in einem ansprechenden Zustand vorfindet, legt der Fahrer offenbar Wert darauf, also bitte behandelt es pfleglich und tretet euch im Winter ruhig mal die Schuhe ab vor dem Einsteigen.
  5. Sitzplätze. Euer Auto hat 5 Sitzplätze? Fein. Dann könnt ihr genau 3 anbieten!!! Warum?! Na weil es schon ziemlich komisch ist, wenn wildfremde Menschen stundenlang fast aufeinander sitzen müssen nur weil der Fahrer sich was dazu verdienen möchte. Deswegen an alle Fahrer: 3er Sitzbänke in normalen PKWs niemals voll angeben. Viele Mitfahrer werden schon stutzig wenn 4 freie Sitzplätze angeboten werden.
  6. Wer lesen kann… Ist klar im Vorteil! Welches Auto hast Du? Welche Farbe hat es? Welches Nummernschild? Wann treffen wir uns noch mal? Und wo? Liebe Grundschüler: bitte achtet auf die Stunden in denen die Fibel behandelt wird, denn die meisten dieser superschlauen Fragen werden schon in der Anzeige der Mitfahrt geklärt. Also löchert nicht als 100ster Frager den Fahrer – das wird mit der Zeit anstrengend…
  7. Schuhe. Schuhe? Ja, Schuhe! Was ist bitte so kompliziert daran mal ein paar Stunden in seinen Schuhen zu verbringen?! An alle Mitfahrer: Schuhe ausziehen ist ein absolutes No-Go. Nicht nur dass dann die Hemmschwelle steigt die Beine auf den Sitzen zu parken, aber ich hatte bisher noch keine gutriechenden Mitfahrerfüße, also bitte: lasst die Füße in den Schuhen!
  8. Essen + Trinken. Wenn ihr überhaupt das starke Verlangen während der Fahrt verspürt, dann fragt den Fahrer ob er eine kleine Pause machen kann und esst dann etwas. Wenn er das nicht möchte, fragt ihn ob ihr im Auto essen dürft. Hauptsache ihr fragt, denn bei Krümeln oder Schokoflecken im Auto werden einige Fahrer (ich zum Beispiel) zum Tier! Und generell beim Essen: Keiner möchte ein paar Stunden direkt neben jemandem sitzen der sich gerade einen Döner oder eine belegte Semmel mit Harzer Roller reingepfiffen hat. Also bitte esst etwas geruchsarmes vor der Fahrt, die Leute im Auto werden es zu schätzen wissen!
  9. Rauchen. Ich verstehe, dass manch einem die Lunge nach 2 Stunden gewaltig pfeift. Aber dann lasst es nicht am Sitz aus, sondern fragt nach einer kurzen Pause. Da das meist auch für den Fahrer ganz angenehm ist mal 5 Minuten anzuhalten, ist das oft kein Problem. Aber dann sorgt bitte dafür, dass nicht nach 5 Minuten fahrt das Auto riecht wie eine Großraumdisco am Sonntagmorgen.
  10. Pausen. Wer pinkeln muss, sollte sich rechtzeitig melden, Raststätten oder Klos generell gibt es nun mal nicht alle 100 Meter. Unabhängig davon, sollte spätestens alle 4 Stunden mal ein Päuschen gemacht werden. Das hilft nicht nur dem Klima im Auto, sondern auch der Konzentration des Fahrers.
  11. Konversation. Wenn ihr das Gefühl habt, der Fahrer möchte sich gern unterhalten, dann unterhaltet euch mit ihm. Wenn ihr das Gefühl habt, er möchte seine Ruhe haben, dann haltet die Klappe. Nichts in anstrengender, als wenn man der ruhige Typ ist und stundenlang vollgelabert wird. Auf der anderen Seite brauchen manche Fahrer gerade bei langen Fahrten ein bißchen Beschäftigung. Dann ist es auch doof, wenn alle Mitfahrer kräftig an der Matratze horchen und womöglich noch lautstark schnarchen!
  12. Musik. Euch gefällt die Musik im Auto nicht? Dann redet darüber und es wird sich eine Lösung finden. No-Go: Der Fahrer hört Autoradio oder CD und alle anderen haben iPod-Ohrstöpsel drin (selbst schon erlebt).
  13. Es gibt genau einen Fahrer. Klingt komisch, ist aber ganz einfach: Wer fährt fährt, alle anderen haben zum Fahrgeschehen nichts beizutragen. Mich persönlich nervt es wahnsinnig, wenn meine Beifahrer einnicken und beim Aufwachen einen LKW schnell auf sich zukommen sehen und dann panisch gestikulieren und Nahtodgeräusche in Form von stoßartigem Einatmen von sich geben. Das bringt mich absolut aus der Fassung. Also: beißt euch auf die Zunge oder macht sonstwas, aber redet um Gottes Willen dem Fahrer nicht beim Fahren rein – das nervt!

Ich hoffe ich konnte damit den ein oder anderen verwunderten Mitfahrer oder Fahrer etwas helfen der sich vielleicht bei einem der Punkte oben peinlich berührt gefühlt hat. Vielleicht ist es auch nur durch zustimmendes Nicken zur Kenntnis genommen worden und alle (Mit-)Fahrer verhalten sich immer perfekt – Hauptsache die nächste Mitfahrt wird etwas angenehmer 🙂

2 Antworten zu “Der kleine Mitfahrer-Knigge: 13 wertvolle Tipps”

  1. stefan sagt:

    die hemmschwelle sinkt .. würde ich sagen 😉

  2. Daniel sagt:

    🙂 Teilweise hab ich das auch schon erlebt.

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