Mai 27

Anfang 2007 habe ich schon einen kleinen Artikel zum Thema Arbeiten mit OSX geschrieben. Da nun wieder fast eineinhalb Jahr ins Land gegangen sind, möchte ich die Gelegenheit nutzen und gerade die Entwicklerseite noch etwas besser beleuchten um vielleicht den wechselwilligen da draußen eine kleine Entscheidungshilfe zu geben.

Während meiner täglichen Arbeit (auf einem Windows-Rechner) benutze ich eine Menge Tools die ich natürlich auch beim Entwickeln „zu Hause“ brauche. Dazu gehören oft kleine Dinge wie ein VPN-Client der mit OpenVPN Config-Files funktioniert, ein Texteditor der es mit Notepad++ (WIN-Tool) aufnehmen kann und ein WinSCP-Pendant. Nun aber der Reihe nach! 1. OpenVPN (WIN-GUI) Zum OpenVPN bin ich durch einen Kunden gekommen, der nur so Zugriff auf die Server in seinem Netzwerk nach außen gegeben hat. Das bedeutete damals OpenVPN benutzen oder den Auftrag sausen lassen. Wie das auch (leider) meist so ist, war natürlich „noch nie“ jemand mit einem Mac auf die Idee gekommen für die Kollegen etwas zu programmieren, weshalb dort auch nur Kentnisse im Umgang mit Windows-Clients vorhanden war und ich sozusagen auf mich alleine gestellt war. Nach kurzer Suche im Netz fand ich dann „Tunnelblick„, welches meine Anforderungen erfüllen konnte und obendrein auch noch kostenlos ist.

2. Notepad++ ist in der Windowswelt einfach ein Klasse Texteditor und ebenfalls kostenlos zu haben. Der in OSX integrierte Editor ist zwar schon etwas besser, als sein MS Windows-Kollege, allerdings sind beide für einen Entwickler quasi nicht nutzbar. Auch hier ergab meine Recherche relativ schnell einen würdigen Kandidaten. Textmate hatte ich schon in mehreren Tutorial-Videos gesehen (Blog mit RubyOnRails in 15 Minuten) und seine Fähigkeiten haben mich staunen lassen. Dies ist auch eines der wenigen Programme für die ich tatsächlich Geld ausgeben musste. Nach den Erfahrungen die ich allerdings bis heute damit gemacht habe, muss ich sagen, dass er sein Geld (rund 50€) durchaus Wert ist. Gerade die Erweiterbarkeit durch Bundles macht ihn einfach sehr mächtig und letztendlich auch schon fast zum Alleskönner.

3. Der für Windows kostenlose WinSCP-Client ist sehr nützlich, wenn man für Dateiübertragungen zum Webserver auf das sehr unsichere FTP verzichten möchte. Außerdem hat SCP den (aus meiner Sicht) deutlichen Vorteil, dass man keine FTP-Nutzer im System pflegen muss, sondern gleich mit den Shell-Nutzern und deren Rechten und Gruppen arbeiten kann. Das spart mir jedenfalls einiges an Einrichtungsaufand. Der Client der Wahl für OSX ist für mich Fugu. Dieser ist kostenlos und bietet klar und übersichtlich alle existentiellen Funktionen für SCP. Vom Umfang her ist er noch einiges von WinSCP entfernt, für meine Bedürfnisse war er jedoch bis jetzt immer ausreichend.

4. (etwas Off-Topic) Video-Chats mit der eingebauten iSight sind sehr schön. Für den der vor der Kamera sitzt, weil er nichts einrichten oder konfigurieren muss, für den hinter der Kamera, weil die Auflösung mit 800×600 höher ist als bei allen Standard-Webcams die ich bis jetzt gesehen habe und die automatische Fokussierung liefert auch bei Bewegungen noch gute Bider. Das kann ich leider von dem günstigen Webcams die es so gibt leider nicht behaupten! Ich habe spaßeshalber mal im Saturn verglichen und eine Kamera mit ähnlichen Werten kostet dort mindestens 80 Euro! Das vielleicht noch für die Leute die ständig irgendwelche Preisvergleiche aufstellen und da diese 25 Euro billig-Webcams reinsetzen…

5. (auch etwas Off-Topic) Sync, das Standardprogramm zur Synchronisation mit z.B. Handys auf dem Mac, finde ich nur bedingt nützlich, da es irgendwie komische Einstellungen zum Zusammenführen benutzt. Auf dem Mac pflege ich meine Kontakte in der Form Nachname, Vorname. In meinem Handy steht dafür jedoch nur 1 Textfeld zur Verfügung und da ich mich eher an die Vornamen erinnern kann, steht in meinem Telefonbuch Vorname Nachname in diesem Feld. Nun ist leider der besagte Algorithmus zum Zusammenführen nicht richtig in der Lage das Format meines Sony Ericson K800i mit dem des Apple Adressbuch abzugleichen, sodass ein Großteil meiner Einträge sich nach einer Synchronisation doppelt auf beiden Geräten befinden. Und das ist in meinen Augen ungefähr das Gegenteil von dem, was ich eigentlich erreichen wollte. Hier hätte ich mir einen Dialog gewünscht, der bei Formatunstimmigkeiten den Nutzer mit einbezieht!

6. Java-Development: Ja, richtig gelesen, ich beschäftige mich seit neuestem auch mit Java. Aus diesem Grund habe ich das entsprechende Eclipse-Paket heruntergeladen und schwupps, schon konnte es los gehen. Das liegt nun wieder daran, dass einige Java JREs in OSX schon integriert sind. Ich kenne mich zwar noch nicht so gut aus, aber 1.4, 1.5 und 1.6 sollten zum Anfang doch erstmal ausreichen, oder? Die entsprechenden Pfade sind alle schon im Eclipse konfiguriert und das einzige was ich noch nachinstallieren musste war JavaHL, damit das Subclipse korrekt funktioniert. Alles in allem also auch echt easy.

Zum Schluss sei noch auf den FTP-Client Cyberduck und den VNC-Client „Chicken of the VNC“. Beide sind kostenlos und könnten als Alternative zu einfachen Windows-Clients für beide Dienste betrachtet werden (z.B. RealVNC). Da ich beides aber eher selten benutze, kann ich hier nicht viel mehr darüber schreiben. Zum Thema SVN sei auf meinen alten Post verwiesen (SmartSVN) oder auf die Integration in die IDE, z.B. Eclipse.

Ich hoffe, die Infos sind für den einen oder anderen hilfreich. Auf jeden Fall würde ich mich über Kommentare zu weiteren Alternativen für WinTools oder die vorgestellten Mac-Tools freuen! Gerade aus Entwicklersicht finde ich es nämlich gar nicht so einfach etwas passendes zu finden (im Gegensatz zum Grafikbereich…)

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