Apr 15
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Wenn ich mir aktuelle Entwicklungen in verschiedenen Softwarebereichen so ansehe, dann denke ich schon manchmal über die Rolle von Microsoft in der Zukunft nach. Wenn man sich mal genauer betrachtet, was da in letzter Zeit so verbrochen produziert wurde, dann kann man ganz gut verstehen, warum jetzt Yahoo gekauft werden soll:

  1. Windows Vista: Ob das nun optisch schön ist, muss jeder selbst wissen, technisch gebe ich mal ein Beispiel. Dass das kein Einzelfall ist, sondern auch von größeren Herstellern so gesehen wird, kann man überall nachlesen.
    Erschwerend kommt hinzu, dass scheinbar gerade eine Mac-Welle umgeht. Jedenfalls hat sie in meinem Dunstkreis gewütet und einige meiner Freunde, Kollegen, Mitschüler und Familienmitglieder sind zufriedene „Umsteiger“.
  2. Internet Explorer 7: Der Firefox hat in Europa ein gutes Drittel Marktanteil erreicht und seit es Safari für den PC gibt, steigt auch dessen Marktanteil rasant an. Wirkliche Neuerungen gab es ja nicht zu vermelden, also: wo bleibt die Innovation?! Kein Wunder also, dass der IE jede Menge Marktanteile verliert.
  3. Zune: Ich denke, hier muss ich angesichts der allgemeinen Verbreitung außer „Ipod“ nichts mehr sagen, oder?
  4. LiveSearch, Hotmail, Virtual Earth: Hier ist es eigentlich auch schon mit einem einzigen Wort getan: Google. Die Internetsuche, Gmail und Dienste wie Google Earth, Maps und Calendar zeigen relativ deutlich, dass sich die Konkurrenz einiges einfallen lassen muss um wieder vorne mitzumischen.
  5. Xbox: Eines der wenigen Erfolg verspechenden Projekte der letzten Zeit. Seit erscheinen der PS3 ist da aber auch nicht mehr wirklich viel zu holen, würde ich mal meinen.
  6. Windows Mobile: Schon mal ein Iphone in der Hand gehabt und ein bißchen damit rumgespielt? Wenn ja, hat sich diese Frage hier auch erledigt, wenn nein, geht mal zum T-Punkt eures Vertrauens und macht es mal 🙂
  7. Office: Das ist das einzige Produkt von Microsoft dem ich ohne Probleme selbst eine gute Note verpassen würde. Da gibt es einfach noch zu wenig gute Alternativen. Versteht mich nicht falsch, ich selbst benutze NeoOffice, aber da ist von den Konkurrenten (Apple oder OpenOffice) doch noch ein bißchen Entwicklungsarbeit gefragt. Einzige Ausnahme ist hier Keynote von Apple, welches ich für Präsentationen benutze (statt PowerPoint).

Mein persönliches Fazit ist folgendes: Statt immer auf fahrende Züge aufzuspringen, sollte MS dringend mal etwas eigenes und völlig neues produzieren oder von mir aus dazukaufen. Statt sich immer breiter aufzustellen, sollte sich ein klares Konzept durch alle Produkte ziehen und dieses sollte auf Qualität gestützt sein.

Da muss ich natürlich gleich noch nachtreten und fragen was der Zukauf von Yahoo noch bringen soll? Mailkunden? Suchmaschinen-KnowHow? Ich weiß es nicht, aber ich hoffe die Strategen von Microsoft wissen es. In der Zukunft wird es meiner Meinung nach wohl eher einige kleinere Firmen geben die aus dem großen Riesen hervorgehen wenn er fällt. Diese erfolgreichen Sparten, wie eben Office, haben noch Potenzial und sind bei den Nutzern auch noch nicht so unten durch wie der IE oder Vista.

5 Antworten zu “Microsofts Zukunft”

  1. Rico sagt:

    Dem kann ich nur zustimmen! Sehr gut geschriebener Artikel.
    Man darf nicht vergessen das Android im anmarsch ist, mal sehen wies dann mit Windows Mobile aussieht…

  2. Martin sagt:

    Na ein wenig mehr ist Mircrosoft schon, gerade im Businessbereich. Weil mir fällt hier doch einiges in der Auflistung, wo Microsofrt doch eher positiv da steht.

    Visual Studio:
    Ich denke, dass hier noch eine Menge Zukunft für den hiesigen Programmier begraben liegt. Und die Welt verlangt danach, dass man immer mehr weggeht vom Frickelwerk am Code. Und kein Framework anderer Programmiersprachen leistet ähnliches wie .NET.

    Windows Server:
    Ist mit der 2003er Version eine richtig gute Alternative gewurden, die auch stabil ist. Wir haben ja bei uns auf Arbeit entsprechende Server im Einsatz und es läuft, wie auch Linux. Sicherlich hardwarefressender aufgrund der grafischen Oberfläche, aber auch das wird man mit 2008 absschaffen können.

    Microsoft SQL Server:
    Ist eine bezahlbare und sehr leistungsfähige Software. Deutlich besser als MySQL und gegenüber anderen professionellen DB-Systemen auch preislich machbar.

    Auch halte ich Windows Mobile im Moment für das Nonplus-Ultra, auch hier muss man die Grundlagen dahinter kennen und wie das Ding aufgebaut ist.

    Microsoft baut sich ähnlich wie Google ein feines Netzwerk auf, und wenn man nicht aufpasst,darf man sich ggf. schnell mal hinten anstellen, weil man den Trend verpasst hat.
    Der zukauf von Yahoo dient in erster Linie einer gewissen Risikoverteilung und natürlich der Steigerung der Marktmacht.

  3. Grundi sagt:

    Da hast du recht. Gerade im Businessbereich gibt es einige Produkte die durchaus eine Zukunft haben. Gerade bei SQL Server und Visual Studio kann ich dir da zustimmen. Ich benutze zwar beide Produkte nicht selbst, weshalb ich sie auch in meiner Übersicht vergessen habe, aber ich habe durchweg positive Dinge von meinen Kollegen gehört. Bei Server und Mobile bin ich da schon etwas skeptischer, aber da muss ich zugeben zu wenig Erfahrung zu haben. Ich war jedenfalls vom Windows Mobile 2003 auf meinem Ipaq damals nicht so begeistert, aber das ist ja auch schon eine Weile her.

  4. Daniel sagt:

    Martin hat Recht, im Businessbereich ist momentan an Microsoft kein wirkliches Vorbeikommen. Wobei ich den SQL-Server zwar wieder nicht mit reinnehmen würde, aber gerade was Serverbetriebssysteme anbelangt ist Microsoft einfach mal ein ganzes Stück vorn. Musste selber auf Arbeit gerade feststellen, dass es mit Linux zwar viele Möglichkeiten gibt, aber eben auch vieles nicht funktioniert. Schonmal ein Pendant zu Active Directory gesehen? Und Samba funktioniert ja auch noch nicht damit.

    Aber ich sehe Microsoft auch auf dem Consumer-Markt mit Windows Vista wieder einen Schritt in die richtige Richtung machen. Es ist sicherer, intuitiver, im Vergleich zu seinem Vorgänger nach anderthalb Jahren viel ausgereifter als XP Anfang 2003.

    Sicherlich, viele Baustellen sind noch offen bei MS und sicher sollte man sich von manchen Produkten verabschieden. Aber die Strategie Google mit dem Kauf von Yahoo die Stirn zu bieten könnte irgendwann aufgehen. Wenn man aus den Fehlern der Vergangenheit lernt…

  5. Daniels Blog » But we do have an expansive vision sagt:

    […] so passt…. Kürzlich erst hat Michael auf seinem Blog in einem sehr interessanten Beitrag über die Zukunft Microsofts sinniert. Und als hätte er die Diskussion verfolgt hat sich nun Steve Ballmer zu den Zukunftsplänen […]

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